Finanzplanung und -steuerung für NPOs: Grundlagen und Praxistipps

Die finanzielle Planung und Steuerung zählt zu den wesentlichen Aufgaben im Rechnungswesen einer Non-Profit-Organisation (NPO). Sie bildet das Fundament für die Erfüllung des gemeinnützigen Auftrags der Organisation und gewährleistet, dass diese ihren Verpflichtungen und Aufgaben erfolgreich nachkommen kann. In diesem Artikel geben wir einen Überblick über die relevanten Aspekte und Ansätze einer effektiven finanziellen Planung und Steuerung von NPOs.

Grundlagen des Rechnungswesens in NPOs

Ein solides Rechnungswesen ist die Basis für eine fundierte finanzielle Planung. Die Rechnungslegung in NPOs umfasst insbesondere folgende Dimensionen:

  • Bestandesrechnung (Bilanz): Sie bildet die finanziellen Mittel und Bestände (Aktiven und Passiven) zu einem bestimmten Zeitpunkt ab. Unterteilt wird sie in Umlauf- und Anlagevermögen auf der Aktivseite sowie Organisationskapital, Fremdkapital und, sofern notwendig, Fondskapital auf der Passivseite. Das Fondskapital ist zwingend bei der Rechnungslegung nach Swiss GAAP FER 21 zu führen.
  • Ergebnisrechnung (Erfolgsrechnung): Sie zeigt, wie sich der Aufwand für die Aufgabenerfüllung und der Ertrag aus Spenden, Mitgliedsbeiträgen oder anderen Einnahmen innerhalb eines bestimmten Zeitraums entwickelt haben.
  • Finanzierungsrechnung (Liquiditätsrechnung): Sie stellt die Mittelherkunft und Mittelverwendung über einen definierten Zeitraum dar. Hauptziel ist die Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit, was ein effektives Liquiditätsmanagement voraussetzt.

Quelle: Eigene Darstellung (in Anlehnung an Rechnungswesen und Controlling für Nonprofit-Organisationen, VMI, 4. Auflage, 2015).

Planung und Budgetierung - Das Fundament der Steuerung

Eine der zentralen Aufgaben in der finanziellen Steuerung ist die Planung und Budgetierung. Das Budget dient als wichtiges Instrument, um die Tätigkeit der Organisation effektiv zu steuern und strategische Vorgaben auf operativer Ebene zu konkretisieren. Dabei kommen verschiedene Budgetierungsformen zum Einsatz, etwa:

  • Rollierende Budgets: Eine kontinuierliche Aktualisierung, bei der jeder abgelaufene Ist-Monat durch einen neuen Plan-Monat ergänzt wird. Dadurch entfällt die zeitliche Begrenzung auf das Geschäftsjahr.
  • Top-Down und Bottom-Up-Ansätze: Die strategischen Ziele der Organisation fliessen in die Vorgaben ein (Top-Down), während auf operativer Ebene die Budgetierung auf real eingeplanten Ein- und Ausgaben erfolgt (Bottom-Up).
  • Abweichungsanalyse: Abweichungen zwischen Ist- und Budgetwerten werden dargestellt, deren Ursachen wie Prognosefehler und externe, unvorhersehbare Ereignisse analysiert und notwendige Korrekturen durchgeführt.

Sicherung der Liquidität und finanziellen Stabilität

Die Sicherung der Liquidität zählt zu den zentralen Herausforderungen der finanziellen Steuerung. Ziel ist es, sicherzustellen, dass die Organisation ihren laufenden Zahlungsverpflichtungen fristgerecht nachkommen kann. Dafür stehen verschiedene Massnahmen zur Verfügung:

  1. Kurzfristige Massnahmen: Optimierung der Zahlungsziele, Intensivierung des Mahnwesens oder Verschiebung bzw. Stornierung nicht dringender Ausgaben.
  2. Mittelfristige Strategien: Aufnahme von Fremdkapital für grössere Projekte oder der Verkauf nicht betriebsnotwendiger Vermögensgüter.
  3. Langfristige Planung: Bildung von Rücklagen zur Finanzierung zukünftiger Investitionen sowie Prüfung der Deckungsquoten durch zweckgebundene und freie Fonds.

Effizienzsteigerung durch integrierte Instrumente

Eine effektive finanzielle Planung und Steuerung erfordert den Einsatz integrierter Instrumente. Besonders hervorzuheben ist die Kosten- und Leistungsrechnung, die einen detaillierten Überblick über den Ressourceneinsatz und die damit erzielten Ergebnisse liefert. Ein internes Reporting ermöglicht den laufenden Abgleich zwischen Plan- und Ist-Werten und hilft, Abweichungen frühzeitig zu erkennen und entsprechende Massnahmen einzuleiten.

Klare und strukturierte Berichte auf Basis der Kosten- und Leistungsrechnung sind essenziell, um Stakeholdern wie dem Stiftungsrat oder den Mitgliedern Transparenz zu bieten. Quartalsreportings und Jahresabschlüsse unter Einbezug von Kostenrechnungsdaten stellen sicher, dass die Mittelverwendung nachvollziehbar ist und die vorhandenen Mittel effizient eingesetzt werden. Zu den zentralen Berichtselementen gehören:

  • Projektbezogene Berichte: Nachvollziehbare Verfolgung der Fondsverwendung entlang spezifischer Aufgabenbereiche.
  • Transparenz zur Fördermittelverwendung: Insbesondere bei zweckgebundenen Spenden schafft die Kosten- und Leistungsrechnung Vertrauen in die Mittelverwendung.
  • Fundierte Entscheidungen durch Prognosedaten: Auf der Grundlage von KORE-Daten können Entscheidungsträger Szenarien und Forecasts modellieren.

Quelle: Eigene Darstellung

Fazit

Finanzielle Planung und Steuerung sind für NPOs keine rein administrativen Aufgaben. Vielmehr tragen sie entscheidend dazu bei, den sozialen Auftrag der Organisation nachhaltig zu erfüllen. Eine vorausschauende Budgetierung, die Sicherstellung der Liquidität und die ständige Überwachung der Performance helfen dabei, die Wirkung der NPO zu maximieren und ihre finanzielle Stabilität langfristig zu sichern.

BDO unterstützt Sie gerne bei der Weiterentwicklung und Optimierung Ihrer finanziellen Steuerungsprozesse – mit fundierter Expertise und massgeschneiderten Lösungen für Ihre spezifischen Anforderungen.

Haben Sie Fragen oder benötigen Sie Unterstützung? Unsere Expertinnen und Experten helfen Ihnen gerne weiter!

Weiterführende Informationen

Stärken Sie das Rechnungswesen und die finanzielle Planung Ihrer NPO – mit unserer Unterstützung für massgeschneiderte Lösungen.

MEHR ERFAHREN